Holodomor - Genozid in der Ukraine

"... a famine that came about without drought and without war..."

Neben Musik, bunten Cafés, gotischer und post-sowjetischer Architektur hat die ukrainische Hauptstadt noch viel mehr zu bieten. Als eine der ältesten Städte Osteuropas ist Kiew ein Ort mit einer unglaublichen Geschichte, der es in den letzten Jahren gelungen ist, westlichen Einfluss zu gewinnen, ohne seine slawischen Wurzeln aufzugeben.

 

Ruhm und Niederlage sind typische Begriffe, die in den Geschichtswissenschaften häufig zu finden sind, auch in der ukrainischen Historie.

Der Autor Alexander Solzhenitsyn beschrieb den ukrainischen Holodomor, als eine Hungersnot, die ohne Dürre und ohne Krieg entstand.

 

Ich stehe vor dem Eingang des Holodomor victims memorial. Das 2008 erbaute Denkmal im Zentrum Kiews zu einer der größten Hungersnöte der Menschheitsgeschichte.  Die Gasse zum Gedenkkomplex wird von zwei Engelsstatuen eingerahmt, die als Engel der Trauer bezeichnet werden. Die Engel repräsentieren die Hüter der Seelen aller verhungerten Opfer. In der Mitte der Gasse sind 24 Mühlensteine in einem Kreis angeordnet. Sie symbolisieren die Quelle der Nahrung und des Lebens. Sie stellen aber auch eine 24-Stunden-Uhr dar und erinnern daran, dass während des Holodomors täglich bis zu 24000 Menschenleben in den Tod getrieben worden sind.

 

 

Die Statue eines jungen Mädchens, das ein Weizenbündel umklammert, ist den am stärksten gefährdeten Opfern des Hungers gewidmet: den Kindern.

Das Sammeln von Weizen, der nach der Ernte auf den Feldern zurückgeblieben war, galt als Straftat und wurde mit Freiheitsstrafe bis zu 10 Jahren oder sogar mit Tod geahndet.

Meine Hand streicht ihr über einer ihrer geflochtenen Zöpfe.

 

Auf dem Höhepunkt der systematischen Ausrottung von 1932/33 unter Joseph Stalin durchstreiften Millionen von hungernden Menschen die Landschaft, verzweifelt nach etwas, das sie essen konnten.

 

 

Die ukrainische Hungersnot bekannt als Holodomor, das wörtlich übersetzt "Tötung durch Hunger" bedeutet, der Schätzungsweise zwischen 3,9 Millionen und 14,5 Millionen Menschen den Tod kostete. Im Gegensatz zu anderen Hungersnöten in der Geschichte, die durch Fäule oder Dürre verursacht wurden, handelt es sich beim Holodomor um eine Bestrafung die kleinen Bauernhöfe durch staatliche Kollektive zu ersetzen sowie den Widerstand der Ukrainer gegen Stalins Regime brechen zu wollen, die eine Bedrohung für seine totalitäre Autorität darstellte.

 

Unterdrückung von Völkern ist bis heute noch eine gängige Prozedur, wie die Uiguren und Kasachen in Xinjiang. Holodomor 

war eine Hungersnot, die durch eine katastrophale sozioökonomische Politik verursacht wurde und auf eine bestimmte Bevölkerung abzielte, um sie zu unterdrücken und zu bestrafen.

 

In jenen Tagen war die Ukraine ein Teil der Sowjetunion, die damals von Stalin regiert wurde. Im Jahr 1929 hatte Stalin im Rahmen seines Plans, eine schnelle und vollständig kommunistische Wirtschaft zu schaffen, eine Kollektivierung eingeführt, die die in Privatbesitz befindlichen und betriebenen Bauernhöfe durch große staatliche Kollektive ersetzte. Die kleinen Bauern in der Ukraine, die größtenteils für den Lebensunterhalt sorgen, weigerten sich, ihr Land und ihren Lebensunterhalt aufzugeben.

(Lang der lebe der Kommunismus!)

 

Als Symbol der Fruchtbarkeit, Wiedergeburt und Weltoffenheit dient auch hier der aufsteigende Storch als Basis des Denkmals der ukrainischen Nation.

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0